Bewusst sein – Wie viel von Dir ist wirklich Du?

Kennst Du dieses Gefühl, bewusstlos durch den Alltag zu gehen? Dein Körper ist da, doch Dein Geist ist ganz woanders. Du tust die Dinge, wie man sie eben so tut. Du funktionierst und bist viel mehr Automat als Mensch? Brich heute aus diesem Trott aus, damit Du neue Ergebnisse in Dein Leben ziehen kannst. Mit etwas mehr Bewusstsein gestaltest Du Dein ganzes Sein bewusster.

Diesen Beitrag gibt's übrigens auch als Podcast – Folge 13.

Die achtsame Zigarette

Ich weiß nicht, ob Du es schon wusstest, doch ich habe viele Jahre lang geraucht. Ja, jetzt ist es raus! Und ich erinnere mich noch sehr gut, wie ich an einem Sonntagnachmittag mit einem Buch auf dem Balkon saß, um mit dem Rauchen Schluss zu machen. Falls es Dich interessiert: Es war das Buch Endlich Nichtraucher von Allen Carr*.

Ich machte mir zuerst klar, warum ich eigentlich rauchte und das brach ich runter auf 3 für mich gute Gründe:

  • Rauchen entspannte mich.
  • Dank der vielen geselligen Pausen brachte es ein Stück Lebensqualität.
  • Zigaretten schmeckten mir gut, besonders die allererste am Tag.

Mit diesen 3 Gründen zog ich in die nächste Aufgabe: Ich sollte eine Zigarette vollkommen achtsam rauchen und dabei ganz bewusst darauf achten, wie das schmeckte und wie sich das in meinem Nase- und Rachenraum anfühlte.

Amüsiert davon, dass mich ein Rauch-Stopp-Buch nun zum Rauchen animierte, nahm ich einen fetten Zug und lies ihn mir auf der Zunge zergehen. Was ich spürte? Ekel. Übelkeit. Widerwille. Die Zigarette schmeckte überhaupt nicht und mein ganzer Körper wehrte sich dagegen, weiter zu rauchen. Doch das Buch wies mich an, die Zigarette so aufzurauchen und – in meiner Erinnerung – auch noch eine zweite auf die gleiche Art zu rauchen.

Ich weiß jedoch, dass ich vor Ekel mitten in dieser ersten achtsamen Zigarette abgebrochen habe. Ansonsten hätte ich mich übergeben müssen. Ich konnte nicht mehr und rauchte auch für den Rest des Tages nicht mehr. Allerdings hatte mein Gehirn diese Erfahrung am nächsten Tag schon wieder verdrängt und spielte mir wieder vor, Zigaretten seien doch lecker. Aufgehört habe ich dann letzten Endes erst einige Jahre später mit Hypnose.

Mit Bewusstsein bewusster sein

Das Beispiel mit der vermeintlich leckeren Zigarette zeigt sehr schön, wie wir uns manchmal Dinge einreden und sie glauben, obwohl unsere Wahrnehmung eine ganz andere ist. Es lohnt sich also, mal genauer hinzuschauen und einen Blick hinter die eigenen Fassaden zu werfen. Genau darum geht es hier im Blog „Genie und Wahnsinn“. Das ist der rote Faden durch alle Themen: bewusst sein. Was philosophisch klingen mag, heißt unterm Strich so viel wie bewusst leben.

Dabei steht im Zentrum, dass wir uns Fragen stellen und hinter die Fassade des eigenen Lebens und auch hinter die der Welt schauen. Warum mache ich die Dinge eigentlich so, wie ich sie tue? Was treibt mich an? Was bremst mich? Wie funktioniere ich? Sind die Dinge wirklich so, wie ich glaube? Oder steckt da noch was anderes dahinter? Ich breche diese Fragen alle auf eine einzige runter, die Dich voll in den Mittelpunkt stellt:

Wie viel von Dir ist wirklich Du?

Das bedeutet: Wie viel von all dem, was Du täglich tust und denkst, steuerst Du selbst und bewusst? Wie viel davon ist wirklich okay für Dich? Und an welchen Stellen möchtest Du Deine Persönlichkeit und Dein Leben in eine andere Richtung bewegen? Wenn Du Dir diese Frage immer mal wieder im Alltag stellst, lenkst Du Deine Aufmerksamkeit auf den Menschen hinter der alltäglichen Fassade. Natürlich solltest Du das nicht die ganze Zeit tun, sonst legt Dich das lahm. Unterm Strich geht es darum, mal für einen Moment bewusst zu sein.

Wie oft im Alltag bist Du bewusstlos?

Dass wir mal einen Moment ganz bewusst sind, ist leider heute die Ausnahme. Denn so oft hetzen wir durch den Tag und versuchen, alle unsere Aufgaben und Ziele so effizient wie möglich abzuarbeiten. Dabei bleibt kaum Zeit, mal durchzuatmen und bewusst hinzuschauen, wie es uns gerade geht oder ob wir überhaupt einverstanden sind, wohin uns dieses Verhalten auf Dauer bringen wird.

Denn wenn Du immer wieder das gleiche tust, wirst Du auch weiterhin die gleichen Resultate erzielen. Einer meiner Lieblingsautoren, Dr. Joe Dispenza, nennt das die „vorhersagbare Zukunft“. Damit meint er: Wenn wir jeden Tag die gleichen Gedanken denken und die gleichen Gefühle spüren, dann werden wir auch jeden Tag das gleiche Verhalten produzieren.

Das ist ein Kreislauf: Deine Gedanken formen Deine Gefühle und Deine Gefühle bewegen Dich zum Handeln. Wenn wir in diesen Kreislauf nicht eingreifen und ihn bewusst gestalten, dann spielen wir immer wieder die gleiche Platte ab – manche Menschen sogar für den Rest ihres Lebens.

Bist Du mit Deinem Verhalten auf dem richtigen Kurs, ist dieser Kreislauf total gut für Dich und Deine Ziele. Wenn Dein Verhalten Dir jedoch schadet, kann Dich das so still und heimlich selbst zerstören. Erinnere Dich nur an das Beispiel der Zigarette, von der ich überzeugt war, sie würde mir gut schmecken. Richtig cool wird dieses Spiel also dann, wenn Du Bewusstsein reinbringst. Dann kannst Du aktiv einen Unterschied zu machen und so andere Ergebnisse in Dein Leben ziehen.

Beispiel: Präsent sein im Kontakt mit anderen

Neulich war ich auf Heimatbesuch bei meinen Eltern. Ich saß am Wohnzimmertisch und war mit meinem Smartphone beschäftigt. Dabei hörte ich nur halb zu, wie mein Vater mir etwas erzählte, was ihm sehr wichtig war und wozu er mein Feedback haben wollte. Ich war in dem Moment mehr in meiner Online-Welt als bei ihm. Als ich später auf dem Heimweg im Auto saß, kamen mir seine Worte wieder in den Sinn. Plötzlich war ich enttäuscht von mir selbst. Warum hatte ich nicht hingehört? Wie verletzend muss das gewesen sein? Ich will doch vollkommen bei den anderen Menschen sein, wenn ich mit ihnen in Kontakt stehe.

Kennst Du solche Momente auch? Jemand will Dir etwas Wichtiges sagen, spricht Dich an und muss dafür vielleicht all seinen Mut zusammennehmen, doch Du bist nur halb da. Und erst später bemerkst Du: Da wollte sich Dir jemand öffnen, doch Du warst bewusstlos. Du warst überall nur nicht bei dieser Person. Das kann schmerzhaft sein, denn viele Momente und Gelegenheiten kommen nicht wieder. Dann fehlt die zweite Chance, es besser zu machen.

Im Fall von meinem Beispiel habe ich meinem Vater am Abend eine Nachricht geschickt mit meinem ehrlich gemeinten Feedback. Ich war mir jetzt ganz bewusst, wie wichtig mir und ihm das war. Und dieses Bewusstsein ermöglichte mir, so zu handeln, wie ich es aus vollem Herzen gerne tun wollte.

Impuls: Bewusst sein darf ganz leicht sein

Jetzt kommt eine gute Nachricht für Dich: Für eine Veränderung musst Du nicht gleich Dein ganzes Leben auf den Kopf stellen – hinschauen reicht schon. In dem Moment, wo Du Dir bewusst wirst, was in Deinem Kopf abgeht, kannst Du das ganze Spiel verändern und Du lässt es nicht mehr so einfach von alleine geschehen. Darum fördern wir heute Dein Bewusstwerden im Alltag, indem Du Dir jeden Abend die folgenden 3 Fragen stellst:

  • Was hast Du heute gefühlt? Welche Emotionen haben Dich durch den Tag begleitet? Wo gab es Ausschläge? Stell Dir die Gefühlsachterbahn im Laufe des Tages vor wie eine Sinuskurve: Wo waren die Höhepunkte und wo waren die Tiefpunkte?
  • Was war so richtig schön heute? Nimm die positiven Momente bewusst wahr und erkenne sie als solche an. Und auch wenn manche Tage dunkel sind und sich wie eine lange Talfahrt anfühlen, so bin ich mir doch sicher, dass Du mindestens 3 Dinge ausfindig machen kannst, die richtig schön waren. Probier’s aus, Du wirst staunen! 
  • Was machst Du in Zukunft anders? Hier beginnt das Bewusstsein über den Tag hinaus zu wirken. Denn Rückschläge, Fehler und doofe Momente gehen vorbei – schaden tun sie uns erst dann, wenn wir nicht aus ihnen lernen. Erkenne in ihnen die Chance, Dein Denken, Deine Gefühle und Dein Verhalten leicht umzugestalten, damit Du beim nächsten Mal andere Ergebnisse bekommst.

Bewusstsein ist reine Magie, die innen anfängt

Das war’s! Mehr braucht es erstmal nicht. Diese 3 Fragen entfachen auf Dauer eine richtig magische Wirkung. Du machst Dir jeden Abend Deinen Tag bewusst, stellst Dir mit viel Empathie diese Fragen und kannst dann beobachten, wie sich auch Dein Tag von alleine ändert. Denn die Fragen des Abends werden langfrisitig beginnen, schon tagsüber Dein Denken zu bewegen und Du wirst von alleine viel bewusster und präsenter.

Dieser Beitrag konzentriert sich übrigens ganz bewusst auf Deine Innenwelt. Denn hier fängt Bewusstsein an. Hast Du die Magie hier erst einmal entfacht, breitet sie sich anschließend auch in Deiner Außenwelt aus. Und um die Themen kümmern wir uns in einem der nächsten Beiträge :)

 

*Partnerlink

Zurück

Kommentare

Kommentar von Pierre Keifens |

Ja, die Erfahrung die du mit mir gemacht hast und die du so gut beschreibst, habe ich auch schon Öfters gemacht. Achtsamkeit (Bewusst leben) ist immer eine Herausforderung. Dieser Podcast spricht mich momentan sehr an, weil ich mir viele Fragen stelle über meine Zukunft. Wie soll ich in den nächsten Jahren meinen Prioritäten, Wünschen und Sehnsüchten nachgehen?
Ich stehe an einer Kreuzung und weiss noch nicht genau, wohin es gehen wird. Bin hellhörig und offen für alles, was mir an Impulse angeboten wird, in gleich welcher Form, um zu verstehen, was das Beste für mich sein könnte.
Gruß
Papa

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 1 plus 2.

Hier kannst Du meine Datenschutzerklärung lesen.