Die Magie der kleinen Schritte: motiviert jedes Ziel erreichen

Wovon träumst Du, was so richtig groß ist? Verfolgst Du ein Karriereziel? Willst Du ein Buch schreiben? Oder Deine Traumfigur erreichen? Große Ziele verlangen jede Menge Motivation: Anfangs ist die Energie riesig, doch auf dem Weg kann sie verlorengehen. Schaltest Du in den Modus der kleinen Schritte, erreichst Du Deine Ziele auf magische Weise fast von alleine.

Diesen Beitrag gibt's übrigens auch als Podcast – Folge 18.

Ziele erreichen einfach erklärt: die Story von der Schnecke und dem Hasen

Damit Du schnell und intuitiv verstehst, worum es bei der Magie der kleinen Schritte geht, habe ich für Dich folgende Fabel von der Schnecke und dem Hasen geschrieben. Sie bringt alle wesentlichen Tipps rund um große Ziele auf den Punkt.

Eine niedliche Schnecke und ein flinker Hase träumten unter einem großen Baum vor sich hin, als plötzlich eine Taube neben ihnen landete. Aufgeregt erzählte sie von einem magischen Ort. Wenn sie ihn erreichten, dann könnten alle ihre Wünsche wahr werden. Schnecke und Hase malten sich sofort aus, was sie dort alles erleben könnten. Die Schnecke träumte davon, stark und kräftig zu werden. Der Hase malte sich aus, wie er von morgens bis abends nur noch im saftigen Gras liegen würde. Träume und Wünschen wuchsen in rasantem Tempo. Und als sich das Feuer in beiden entzündet hatte, beschlossen sie, sich auf den Weg zu machen. Die Reise hatte nur einen Haken: Der magische Ort lag sehr weit weg. So entwickelten beide Tiere unterschiedliche Pläne, um dorthin zu gelangen.

Der Hase war voller Energie und Euphorie. Er beschloss, noch heute loszurennen und jeden Tag so weit zu laufen, wie ihn seine Läufe tragen würden. „Ich will so schnell ich kann an den magischen Ort“, erklärte er der Schnecke, „dafür setze ich alle meine Kräfte ein“. Auch in der Schnecke rührten sich große Gefühle. Doch sie ging anders vor: Jeden Tag würde sie 4 Stunden in Richtung Westen wandern. Mit diesem Pensum – so hatte sie ausgerechnet – würde sie den magischen Ort in einem Jahr erreichen. Und so machten sich beide auf den Weg. Der Hase raste davon und die Schnecke machte sich auf, ihr Tagespensum zu erfüllen.

Einige Zeit verging und nach dem ersten Viertel der Strecke trifft die Schnecke ganz verwundert auf den Hasen: „Wie schön, Dich wiederzusehen. Doch wie kommt’s, dass Du nicht längst am Ziel bist?“, fragt die Schnecke neugierig. „Ach weißt Du“, entgegnet der Hase, „ich habe am Anfang so einen Affenzahn draufgehabt, dass ich schon nach dem ersten Tag Muskelkater hatte. Mir tat alles weh und ich konnte mich 3 Tage lang nicht rühren. Das war wohl einfach zu viel auf einmal. Aber morgen rase ich wieder los!“ Die Schnecke fühlte in sich hinein und merkte, dass der bisherige Weg auch an ihrem Körper nicht spurlos vorbeigegangen war. Das regelmäßige Training hatte sie kräftiger und schneller gemacht. Mit jedem Tag schaffte sie in ihren 4 Stunden ein größeres Stück Weg als am Vortag.

Einige Zeit später treffen sich die beiden Tiere wieder. Der Hase liegt gelangweilt unter einem Baum und die Schnecke fragt neugierig: „Nanu, wie kommt es, dass Du noch nicht am Ziel bist?“ Der Hase entgegnet nur: „Ach weißt Du, ich bin so schnell gelaufen, dass der Weg nur so an mir vorbeizog. Ständig nur der Blick nach vorne, um nicht zu stürzen – da wurde mir mit der Zeit langweilig. Irgendwann in den nächsten Tagen laufe ich weiter, wenn die Motivation zurückkommt“. Die Schnecke hingegen freute sich über jeden Tag, an dem sie weiter wandern konnte. Sie genoss die Landschaft entlang des Weges und legte nach ihren 4 Stunden immer wieder herrliche Pausen ein. Sie freute sich immer noch auf den magischen Ort, doch sie war genauso dankbar für all die schönen Stationen entlang des Weges. Jeden Abend blickte sie für ein paar Minuten zurück und erinnert sich an all die tollen Stationen auf ihrem bisherigen Weg. Daraus schöpfte sie viel Kraft, um am nächsten Tag wieder durchzustarten.

Nach einem Jahr kam die nun stattliche und starke Schnecke am magischen Ort an. Auf dem Weg ist sie buchstäblich mehrere Male über sich hinausgewachsen. Der magische Ort glich einer Oase, war ansonsten jedoch ganz schön gewöhnlich. Doch hier anzukommen – das war es, was sich wirklich besonders anfühlte. In einer Palme entdeckte die Schnecke die alte Taube und erkundigte sich nach dem Hasen. „Der ist mitten auf dem Weg umgekehrt“, erläuterte die Taube. „Ein klassischer Fall von ausgegangener Puste. Du hingegen hast es geschafft. Hurra!“.

Dann beugte sich die Taube, schaute sich die muskulöse Schnecke genauer an und fragte mit fasziniertem Blick: „Kannst Du jetzt spüren, was ich mit der besonderen Magie gemeint habe?“ Die Schnecke schaute sich um. Der Ort war zwar hübsch, aber nun auch nicht wirklich magisch. Doch als sie in sich hineinfühlte, erkannte sie, dass die besondere Magie auf der Reise in ihr entstanden war. Sie hatte es hierhergeschafft und damit ein Ziel erreicht, das größer war als alles andere zuvor. Ihr war klar geworden: Wenn sie das schaffen konnte, dann war ab jetzt alles möglich. Kein Wunsch war unmöglich und kein Traum zu groß. Sie überkam ein großes Verlangen, schon morgen wieder aufzubrechen und weiter zu reisen, weiter zu erkunden und weiter zu wachsen. Und so verließ sie den magischen Ort, denn die Magie lag auf dem Weg.

Alles bitte JETZT – wie Selbstdruck den Traum zum Albtraum macht

Kommt Dir die Euphorie und die Entwicklung des Hasen bekannt vor? Bei vielen großen Zielen strotzen wir anfangs nur so vor Energie. Eine starke Vision leitet uns und alleine der Gedanke, das Ergebnis zu erzielen, füllt uns mit Glücksgefühlen und Motivation. Wir sind wie im Rausch. Doch irgendwann lässt die Euphorie-Droge nach. Und nach dem Rausch folgt der Kater. Autsch!

Das ist der Haken: Wenn wir so übermütig loslegen, zehrt das an unseren Kräften, Hindernisse versperren uns den Weg. Dann macht sich eine andere Energie in unserem Körper breit oder unsere Reserven gehen uns ganz aus. Plötzlich verpufft das leitende gute Gefühl, das eben noch so ein starker Antrieb war. Alleine darauf sollten wir also nicht bauen.

Ist das ein Symptom unserer Zeit? Alle wollen heute schnelle Ergebnisse in kurzer Zeit und am liebsten, ohne etwas dafür zu tun. In einer Woche 10 Kilo abnehmen. Ein Buch in 20 Tagen schreiben. In einem Jahr zum Millionär. Für mehr Beispiel brauchst Du einfach nur mehr Facebook-Werbung anzuschauen. Wir laden uns so große Veränderungen auf, dass wir darunter zusammenbrechen. Diese Einstellung sprudelt vor Enthusiasmus und Ehrgeiz, doch sie bringt auch eine Schattenseite mit: Auf Dauer bauen wir so viel Druck auf, dass der uns jede Motivation raubt und den Weg zum Ziel zu einer Tortur macht.

Kraftvolle kleine Schritte: Mach Dein Ergebnis zur Routine

Die Schnecke hat die Tücken hinter dem Versprechen des schnellen Erfolgs erkannt und einen anderen Weg gewählt. Sie geht jeden Tag kleine Schritte. Damit bleibt ihre Motivation erhalten und sie bewegt sich mit einem Tempo, das für sie genau richtig ist. Einzeln betrachtet sind ihre kleinen Sprints eher unscheinbar, doch auf Dauer bewältigt sie so ein gewaltiges Stück Weg, indem sie konsequent dranbleibt.

Diese Vorgehensweise kannst auch Du Dir für Deine Ziele zunutze machen. Wenn Du zum Beispiel ein Buch schreiben willst, dann wirken 200 Seiten erst einmal einschüchternd. Wenn Du Dich jedoch darauf fokussierst, jeden Tag eine Seite zu schreiben, veränderst Du das ganze Spiel.

Genauso kann das beim Abnehmen funktionieren. Statt sofort mit Sport, Diäten und Ernährungsplänen Dein Leben auf den Kopf zu stellen, kannst Du Dich auf eine Sache konzentrieren. Du nimmst zum Beispiel Dein Sättigungsgefühl achtsamer wahr und hörst dann sofort auf zu essen. Oder Du kaufst diese eine Sache, die Dein Körper in Hüftgold verwandelt, einfach gar nicht mehr ein.

Du zerlegst ein großes Ergebnis in kleine Teile und machst die zu Deiner täglichen Routine. Der Vorteil: Du brauchst dafür auf Dauer keine immensen Mengen an Motivation und Selbstdisziplin mehr, sondern Deine Zielerreichung wird zum Selbstläufer. Und nun lass uns anschauen, warum dabei auch der Spaß nicht zu kurz kommen muss.

Blicke regelmäßig zurück und mach Dir Erfolge bewusst

In meinem Beitrag rund um das Thema Selbstwirksamkeit erfährst Du, warum es für uns so wichtig ist, immer wieder die Ergebnisse unseres Handelns zu spüren und die Früchte zu ernten. Wenn wir auf so großen Missionen sind wie die Schnecke und der Hase, dann halten wir unseren Blick gerne dauerhaft nach vorne auf das Ziel. Wie der Hase wollen sehen, dass wir unserem Ergebnis näherkommen. Doch wenn sich die Distanz gefühlt nicht verkürzt, kann das frustrieren. Was also tun?

Die Lösung ist mal wieder banal einfach: Schau ab und zu zurück und führ Dir klar vor Augen, was Du schon alles erreicht hast. Die Schnecke ist vielleicht nicht sehr schnell unterwegs, doch ihre Bemühungen summieren sich. Am Ende jeder Woche kann sie auf ein gewaltiges Stück Weg zurückblicken und außerdem auf viele schöne Erfahrungen am Wegesrand. Das sind jede Menge Kleinigkeiten, die Dich inspirieren und motivieren können, wenn Du sie bewusst wahrnimmst. Das sind zum Beispiel interessante Menschen, die Du auf dem Weg kennenlernst oder kleine Erfolgsmomente mit vielen guten Gefühlen. Legst Du den Fokus darauf, kannst Du neue Motivation schöpfen. Außerdem – und jetzt kommt der wichtigste Punkt – wächst Du auf Deinem Weg über Dich hinaus.

Fluffig fließender Lernprozess: Wachstum ohne Wachstumsschmerzen

Staune, wie Du über Dich selbst hinauswächst – das ist der größte Motivationsbooster auf der Reise zu großen Zielen. Denke an die niedliche Schnecke, wie sie sich auf den Weg macht und am Ende als Muskelprotz am Ziel ankommt. Dieses Beispiel haucht dem Spruch „Der Weg ist das Ziel“ echtes Leben ein. Doch damit wir wachsen können, dürfen wir uns erst auf den Prozess einlassen.

Hindernis ist dabei erneut das Symptom unserer Zeit: Wir wollen am liebsten den Zielzustand haben, ohne etwas dafür zu tun. Muskeln wachsen nicht ohne Stimulation. Wenn wir es jedoch wie der Hase übertreiben, dann verletzen wir uns, der Weg wird schwer und uns geht schneller die Puste aus.

Stattdessen lege ich Dir ans Herz, Dich auf den Lernprozess einzulassen. Das bedeutet: Mach Dir klar, wo Du stehst und wo Du hinwillst. Mach Dir bewusst, welches Ergebnis Du erreichen WILLST und dann verabschiedest Du Dich davon, genau bestimmen zu wollen, WIE Du dieses Ergebnis erreichst. Das brauchst Du auch nicht, denn der Weg dorthin wird Dich formen, sodass Du perfekt ausgerüstet bist, wenn Du am Ziel ankommst.

Du wirst wichtige Lernerfahrungen machen und Dir neues Wissen aneignen. Mit dieser neuen Ausstattung wird Dir auch der Weg immer leichter fallen und Du wirst innerhalb der gleichen Zeit mehr erreichen. Das ist wirklich nachhaltiges Wachstum und Du weißt aus dem Beitrag Entscheidungen trotz Unsicherheit treffen, dass der Weg vor Deinen Füßen entsteht, sobald Du ihn gehst.

Leckere Häppchen sorgen für mehr Appetit

Ich liebe Häppchen! Sie regen meinen Appetit an. Herrlich lecker und ich könnte ewig weiter essen. Mach es genau so mit Deinen großen Zielen: Teile sie in feine Häppchen und genieße den Weg dorthin Stück für Stück. Die Reise wird so viel entspannter sein, Du gehst motivierter und mit mehr Leichtigkeit voran. Denn alles, worauf Du täglich achten darfst, ist stetig diesen einen kleinen Schritt zu machen. Der Weg erledigt alles übrige für Dich. Lass sie auf Dich wirken, die Magie der kleinen Schritte und geh den ersten kleinen Schritt noch heute.

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