Eine Idee ohne Umsetzung ist ein sterbender Gedanke – 7 kraftvolle Tipps für Deine Ideenentwicklung

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Dieser Artikel ist ein Experiment.

Ich schreibe einen Beitrag über Umsetzung.

Und dieses Vorhaben setze ich sofort um.

Für mich eine tolle Herausforderung, denn lange Zeit war Umsetzung für mich ein Thema. Ich hatte mit vielen Widerständen zu kämpfen, und die meisten kamen von mir selbst.

Daher fordere ich mich mit diesem Beitrag heraus, mein Vorhaben direkt umzusetzen und den Beitrag innerhalb von 24 Stunden zu veröffentlichen. Beim Start ist es 21.54 Uhr. Die Uhr tickt.

Das ist nicht einfach für mich.

Denn ich bin ein großer Träumer.

Ich male gedanklich bunte, große Bilder. Sie wachsen in mir heran zu großen Panorama-Ansichten, bewegten Filmen mit pompöser Musik und jede Menge Special Effects.

Kennst Du das, wenn Dein ganzer Körper kribbelt, von den Füßen bis zu den Haarspitzen. Sogar Dein Gehirn kribbelt, und Du hast am ganzen Körper Gänsefüßchen.

Du hast eine Idee.

Du spürst ihr Potenzial, denn Du hast Dir in Deinem Inneren ausgemalt, was alles sein kann und was alles aus ihr wachsen kann, sobald Du beginnst, sie wahr werden zu lassen.

Du musst sie nur umsetzen. Denn solange die Idee in Dir drin ist, mag sie zwar für Dich sehr intensiv sein, doch kein anderer kann sie sehen. Niemand sieht das, was Du siehst. Und auch Du siehst es nicht ewig.

 

Gedanke 1: Wir erschaffen im Innen ohne Einfluss auf das Außen

Der Amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway soll sich eines Abends mit Freunden auf ein Bier getroffen haben. Er wettete mit ihnen, er können eine ganze Geschichte – nach dazu sehr ergreifend – in nur wenigen Worten erzählen. Er gewann seine Wette! In der deutschen Übersetzung besteht die Story aus nur vier Worten, die es in sich haben:

„Zu verkaufen: Babyschuhe (ungetragen).“

Bitte lass diesen Satz ein paar Sekunden auf Dich wirken.

Bist Du mit Deinen Gedanken wieder hier? Gut.

Was ist gerade in Deinem Kopf passiert? Hasst Du Bilder gesehen? Vielleicht ist sogar ein ganzer Film vor Deinem inneren Auge vorbeigezogen? Hat Deine innere Stimme die Geschichte fortgeführt und Fragen gestellt?

Bei mir hat sich beim ersten Lesen ein Gefühl im ganzen Körper ausgebreitet. Innerhalb von Sekunden war ich drin in diesem Film, den sich mein Gehirn auf Basis dieser 4 Worte zusammengebaut hat.

Ich erzähle diese Anekdote sehr gerne, weil sie jedem Menschen zeigt, wie kreativ er ist.

Innerhalb weniger Augenblicke hast Du eine Geschichte erschaffen, die es zuvor noch gar nicht gab und die weit größer ist als die vier Worte, die sie ausgelöst haben.

Die ergreifende Story stößt Hemingway nur an. Er gibt den Impuls, der Deine Gedanken auf eine kreative Reise schickt. In jedem von uns sieht diese anders aus. Und auch, wenn die Story in Deinem Inneren dunkel und traurig erscheint, im Außen hat sich nichts verändert.

Sieh Dich um: Alles ist noch genauso, wie es eben war.

Diese kreative Urgewalt macht uns Menschen aus. Sie erlaubt uns, in unserem Inneren ganze Welten zu erschaffen, ohne dabei die Außenwelt auch nur zu berühren.

 

Gedanke 2: Aufschreiben und festhalten

Kennst Du solche Momente?

Du hast gerade einen Geistesblitz. Er liefert Dir die Lösung auf ein Problem, an dem Du tagelang gekaut hast.

Der haken an der Sache: Du liegst gerade im Bett, als Du die Erkenntnis hast. Kuschlig warm und bequem. Du hast gerade die optimale Liegeposition, Dein Smartphone liegt weit weg, wo es hingehört und schlummert schon im Flugmodus.

Du weißt: Wenn Du nun die Augen zumachst, dann schläfst Du sofort ein. Jetzt also nochmal aufstehen? Das gemütliche Nest aufgeben, um die Füße auf den kalten Boden zu setzen?

Kommt nicht in die Tüte, denkst Du.

Die Idee steht Dir gerade so klar vor Augen, die wirst Du auch morgen noch präsent haben. Du löschst das Licht und damit auch die Idee. Am nächsten morgen ist sie futsch.

Das Schlimme und Perverse in diesen Situationen: Du erinnerst Dich noch, dass Du eine Idee hattest. Und Du spürst auch noch, wie brillant sie war und wie toll sie in Dir gekribbelt hat.

Das Gefühl ist noch da, doch die Idee ist weg.

Halte Deine Idee also fest. Gedanken sind ganz zarte Pflänzchen und unglaublich fragil. Wie ein Glühwürmchen, das bei Nacht vor Deiner Netzhaut schwebt, hat sie eine gigantische Strahlkraft. Doch wenn der Tag heranbricht, nimmst Du diesen Schimmer kaum mehr wahr. Er geht unter in all den Reizen, die nun wieder von außen fließen.

 

Gedanke 3: Aufmerksamkeit nach Innen

Einer meiner Mentoren, Denys Scharnweber, macht auf seinen Seminaren eine wunderbare Übung.

Naja, ganz so wunderbar war sie beim ersten Mal für mich nicht.

Ich spüre jetzt noch das unangenehme Gefühl im ganzen Körper, das damals bei mir hängen geblieben ist.

Es war nach der Pause. Ich hatte mir schön Kaffee geholt und Notizblock, Handy, Brieftasche unter meinem Stuhl verstaut. Ich mag es, die Taschen beim Sitzen frei zu haben.

So saß ich da, bereit, seinen Worten zu lauschen, mich entertainen zu lassen und dabei nett Kaffee zu schlürfen.

Doch dann brach er elegant mit meinen Erwartungen.

Denys sagte nur ein Wort, dass mich aus meiner Wohlfühlzone heraus riss: umsetzen.

Was hat der gesagt?

Ich saß wie gebannt dort und schaute um mich herum. Einige waren sofort aufgesprungen und rannten wild umher. Andere standen gerade auf und sahen sich wie aufgescheuchte Hühner im Raum um. Und ich? Ich saß da und schaute wie ein Auto.

Erst nach gefühlt einer halben Minute verstand ich, dass ich das Kommando wörtlich nehmen sollte: Setz Dich um auf einen anderen Platz!

Ich verstand die Absicht dahinter: Wenn ich mich auf einen anderen Platz setze, erlebe ich das Seminar aus einer anderen Perspektive und kann mehr Eindrücke mitnehmen. Doch die Übung hatte noch einen zweiten Effekt: Sie führte mir anschaulich vor Augen, wie ich in einer solchen Drucksituation reagierte.

Mir schossen Gedanken durch den Kopf wie:

Vielleicht kann ich ja doch sitzen bleiben. Das fällt schon keinem auf.

Oder:

Muss das jetzt wirklich sein? Ich hab doch schon den besten Platz im Raum. Und außerdem hab ich es mir gerade so schön gemütlich gemacht.

Meine innere Stimme wollte mich da halten, wo ich war. Keinen Aufwand bitte, gab sie mir klar zu verstehen.

Denys schaute mich erwartungsvoll an.

Ich gab mir einen Ruck, wachte aus meinen starren Gedanken auf, packte meine Ausrüstung zusammen und huschte rüber auf einen der letzten freien Plätze.

Zwischen meinen beiden neuen Sitznachbarn angekommen, betrachtete ich neugierig mein Innenleben. Im Rückblick bin ich sehr dankbar für diese Erfahrung.

Obwohl die Situation erst einen unangenehmen Beigeschmack hatte, konnte ich viel daraus lernen. Mittlerweile finde ich es extrem bereichernd, so einen ehrlichen, demaskierenden Blick auf mich selbst zu werfen.

Meine innere Stimme hat mich in eine Schockstarre gebracht, spekuliert, Hypothesen gesponnen und mich damit auf der Stelle gehalten.

So läuft das bei vielen von uns manchmal auch mit Ideen. Seit dieser Erkenntnis bin ich wesentlich schneller in der Umsetzung, denn ich entlarve diese innere Stimme sofort, die sich bei der kleinsten Anstrengung bemerkbar macht und mich in meiner Wohlfühlzone halten will.

Dann gebe ich mir einen Ruck und setze mich um. Denn in Deiner Wohlfühlzone wächst nichts – erst recht keine neue Erkenntnis.

Weil ich Wachstum und Entwicklung liebe, sitze ich meinen Hintern in Bewegung und starte heute mit Feuer in die Umsetzung.

 

Gedanke 4: Mach die Idee innen groß

Mach Deine Gedanken so groß, das sie in Dir brennen.

Wie der Spruch von Augustinus Aurelius schon sagt: „Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen.“

Mal Dir das Bild Deiner Idee richtig groß, bunt und in all seinen Facetten aus. Mit jedem Detail wächst auch die Strahlkraft Deiner Idee.

Dich und mich zeichnet diese besondere Gabe aus, dass wir als Menschen ganze Welten in unseren Köpfen erschaffen können, ohne dass sich (sofort) etwas im Außen verändert.

Genau so, wie Du es beim Beispiel von Hemingway getan hast.

Wir können ganze Filme drehen und sie danach zurückspielen, neu schneiden und neu arrangieren. Anschließend unterlegen wir sie mit großer Musik und machen sie so zum Hollywood-Blockbuster.

Tu das auch mit Deiner Idee!

Rede mit Dir selbst, stell Dir Fragen und zoom tief rein. Mit jeder Info ertastest Du ein weiteres Stück der Idee. Sie wächst und beginnt, sich in Dir zu entfalten.

Das hilft Dir zum einen, die Flamme in Dir am Lodern zu halten. Sie leuchtet Dir den Weg nach vorne hin zu Deinem Ziel.

Zum anderen hilft Dir dieser Schritt auch, später andere Menschen für Deine Idee zu begeistern und zu inspirieren. Wenn Deine Emotion ehrlich und intensiv ist, können auch andere sie spüren und sich davon mitreißen lassen.

 

Gedanke 5: Das wollen wir doch mal sehen!

Nun ist die Idee in Dir groß, steht am Spielfeldrand und wartet darauf, die Welt zu verändern.

Doch der Kommentator ist nicht auf ihrer Seite.

Kennst Du diese kleine innere Stimme, die sich gerne meldet, wenn Dir etwas Neues bevorsteht oder wenn Du Dich außerhalb dessen bewegst, was Du kennst und gewohnt bist?

Über diese Stimme und die Arbeit mit ihr, schreibe ich ein ganzes Buch.

Hier skizziere ich Dir vorab einen wertvollen Gedanken: Dein Gehirn ist Meister darin, mögliche Gefahren und Probleme auf Deinem Weg ausfindig zu machen. Das ist lieb, denn es tut das in dem ehrlichen Gedanken, Dich zu beschützen.

Allerdings geht damit einher, dass es oft noch vor der Problemlösung beginnt, Strategien zu entwickeln, wie Du ein Problem vermeidest.

Gehst Du jedoch der Herausforderung aus dem Weg, entfernst Du Dich auch von der Lösung.

Mein Tipp: Wenn Dein Gehirn mal wieder Glaskugel liest und Dir über Deine innere Stimme Warnung oder Ausreden zukommen lässt, was alles passieren könnte, sag ihr einfach aus vollem Herzen: „Danke für den Hinweis! Wollen wir doch mal sehen, wie sich das wirklich entwickelt.“

Geh liebevoll, mit Neugier, Spaß und spielerischer Leichtigkeit in den inneren Dialog, denn diese Stimme ist nicht Dein Feind. Löse Deine Gedanken vom Negativen, damit Du das Positive im Außen erkennen kannst.

In der Außenwelt wirken so viele Dynamiken mit, dass nicht einmal der klügste Algorithmus und auch nicht Dein Gehirn einkalkulieren kann, wie sich die Dinge in der realen Welt entwickeln.

Ich bin überzeugt: Jemand, der fest entschlossen seinen Weg beschreitet, für den stellen sich die richtigen Weichen ganz automatisch.

 

Gedanke 6: Von innen nach Außen

Lass nicht zu, dass Deine Idee stirbt.

Ein Gedanke, der nur in Dir lebt, geht auch mit Dir unter.

Ein Gedanke, den Du in Deinem Notizbuch festhältst, wo Du nicht mehr reinschaust, der vereinsamt und verblasst mit der Zeit. Er verbringt ein trostloses Leben, verliert mit seinem Glanz auch seinen Wert und allmählich beginnt er zu sterben.

Nur wenn Du umsetzt, rettest Du dem Gedanken sein Leben. Du trägst ihn aus der Innenwelt in die Außenwelt.

Du setzt ihn um.

Von Deiner Innenwelt in die Außenwelt.

Und mit diesem Schritt entfesselst Du die ganze Welt von Genie und Wahnsinn.

Umsetzung ist harte Arbeit! Du wirst schwitzen, bluten und am Ende wirst Du verkatert sein.

Liebst Du Deine Idee und glaubst Du an sie, wirst Du diesen Schritt sogar mit Freude gehen.

Eine Idee wächst innen und muss vom innen ins Außen, damit sie überhaupt eine Chance zum Überleben hat. Ich kann zwar als Mann keine Kinder kriegen, doch ich kann mir vorstellen, dass die Geburt einer Idee ähnlich viel Kraft und Atem braucht wie die eines Menschen.

Dranbleiben. Atmen. Durchhalten.

Mein Papa hat mir mal einen schöne Geschichte erzählt: Ein Mensch betete jeden Abend dafür, endlich im Lotto zu gewinnen. All seine Probleme würden sich auf einen Schlag lösen. Nach 5 Jahren des täglichen Gebets gibt der Mann auf der Wolke dem Menschen den Tipp: „Ich will Dir ja helfen, doch fang endlich mal an, Lotto zu spielen!“

Diese kleine Anekdote zeigt wunderbar, dass das Glück in Deiner Hand liegt. Du brauchst nur einen ersten Schritt zu machen und Dich ins Handeln zu bringen.

3 Fragen helfen Dir dabei, Deine Idee nach draußen zu bringen:

  1. Frag nicht OB, sondern WIE Du eine Idee umsetzen kannst. Mach Dir bewusst: Es gibt nicht nur einen Weg, sondern sehr viele!

  2. Wo kann ich konkret anpacken? Was ist der eine Schritt, den ich als nächstes tun muss, um meine Idee nach vorne zu bringen.

  3. Wer kann mir dabei helfen? Wen nehme ich mit in mein Boot?

 

Gedanke 7: Vom ICH zum WIR

Deine Idee muss es schaffen, vom Ich zum Wir zu kommen.

Aus Deiner kleinen Eigenwelt, hinein in die Köpfe und Herzen anderer Menschen.

Ideen vermehren sich und wachsen, wenn Du sie teilst.

Ich kenne keine Menschen, die aus sich heraus perfekte Ideen schaffen. Ich kenne nur solche, die das Hinzutun anderer Verschweigen und herunterspielen, damit sie selbst größer dastehen.

Das ist mies und nur hohles Selbstbelügen.

Sobald Du tiefer ins Gespräch gehst, erkennst Du schnell, ob das Gedankengut wirklich von diesem einen Menschen oder von jemand anderem stammt. Bei Ideengeber spürst Du die Strahlkraft noch in seiner Innenwelt.

Gedanken habe ihre eigenen Signatur. Sie hinterlassen Spuren und tragen die DNA ihrer Eltern.

Mehrere Hirne sehen mehr Möglichkeiten als ein einziges alleine. Du kannst zwar versuchen, Dir mit vielen Perspektivwechseln ein umfassenderes Bild zu verschaffen, doch nichts bringt Dir so schnell ein Bewusstsein für die blinden Flecken Deiner Wahrnehmung wie ein Blick von außen.

Tausch Dich also mit anderen Menschen aus, binde sie ein.

Erst dann findest Du heraus, wie stark Deine Idee ist.

So entwickelt sich eine Eigendynamik. Du musst die Idee nicht mehr alleine tragen. Durch die Hilfe anderer Menschen gewinnt sie an Durchschlagskraft und entfaltet ihr volles Potenzial.

Bestimmt kennst Du den schlauen Satz: Eine Idee ist nur so gut wie ihre Umsetzung. Das, was eben noch in Dir gekribbelt hat und in Deinem Inneren sein Eigenleben angenommen hat, das nimmt nun in der Außenwelt form an.

Nimm dazu wieder unser Hemingway-Beispiel vom Anfang. Auch wenn unsere Grundgedanken ähnlich sind, die Visionen und Emotionen dahinter können völlig unterschiedlich sein.

Stell Dir vor, wir wären eine Gruppe von Träumern, die diesen inneren Hemingway-Film nun im Außen umsetzen. Hier stoßen unsere Welten und Vorstellungen aufeinander. Wir wollen sie zusammenbringen und ein Ganzes daraus machen.

Dazu gehört viel Geduld, riesige Offenheit, vor allem auch Neugier für die Visionen und Emotionen anderer. Diese verweben wir Stück für Stück miteinander und lassen sie im Licht der Zeit reifen.

Allmählich entwickeln sie sich zu Ideen. Sie verbinden sich. Sie werden groß.

Und nein, die Umsetzung endet nicht hier.

Ideen sind lebendig.

Sie entwickeln sich immer weiter.

Im Außen können sie das nun alleine.

Wenn Du Dich ihrer nicht mehr annimmst, dann suchen sie sich eine neue Familie.

 

 

Übrigens: Die Challenge hab ich gemeistert: Am Folgetag hab ich um 06.13 Uhr mit dem ersten Kaffee weitergemacht. Jetzt, beim finalen Korrekturlesen ist es 13.42 Uhr. Seit 14.25 Uhr ist er online.

 

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