Ins Handeln kommen, den inneren Schweinehund überwinden

Kennst Du dieses Gefühl, wie gelähmt zu sein? Eigentlich weißt Du ganz genau, was Du als nächstes zu tun hast, doch Du kannst Dich einfach nicht durchringen, den nächsten Schritt zu gehen? Nach diesem Beitrag ist damit Schluss! Entdecke, wie Du Dich selbst motivierst, Deinen inneren Schweinehund überwindest und nachhaltig ins Handeln kommst.

Diesen Beitrag gibt's übrigens auch als Podcast – Folge 23.

Den inneren Schweinehund überwinden? Achte auf Deine Wortwahl

Lass uns eine Sache von vornherein klarstellen: Deine Wortwahl hat riesigen Einfluss darauf, welches Kopfkino in Dir stattfindet und wie Du Dich gegenüber bestimmten Themen fühlst. So ist das auch hier bei dem inneren Schweinehund. Kein schönes Bild, wenn Du mich fragst. Ähnliche Problemfälle: „Einen Kampf gegen sich selbst führen“, „Den Feind im eigenen Kopf bezwingen“ oder „Krieg gegen die negativen Gedanken führen“. Geht’s noch?!

Ja, solche Begriffe schwirren wirklich da draußen herum, und es ist doch total pervers, oder? Wie willst Du ins Handeln kommen, Harmonie in Dein Leben bringen und gute Gefühle anziehen, wenn Du Dir so eine Scheiße in den Kopf malst? Mein liebevoller Rat lautet daher: Ändere die Begriffe und Du nimmst der Herausforderung schon mächtig viel Wind aus den Segeln. Lass uns stattdessen davon sprechen, ins Handeln zu kommen, zähen Aufgabenmatsch zu fluffig leichter Erfolgscreme zu machen oder Dir einen liebevollen Stupser in Richtung Deiner Herzenswünsche zu geben. Ahhhh, schon sehr viel besser!

Wenn die Angst vor Gefühlen Dich lähmt und Du nicht ins Handeln kommst

Bleiben wir für einen Moment in der Welt der Emotionen. Ich gestehe: Auch wenn ich diese Zeilen schreibe, stecke ich selbst immer wieder in Situationen, in denen ich nicht so richtig in Fahrt komme. Das ist okay, denn ich habe mich durchschaut und weiß, wie ich mich in solchen Momenten schnell und sanft zurück auf Kurs bringe. Der eine kleine Haken ist meist: Ich fürchte mich vor einer unangenehmen Emotion. Kennst Du das?

Du hast diese eine Aufgabe, die Dich herausfordert. Vielleicht hast Du in dem Bereich noch nicht viel Erfahrung oder Dir schwirren allerhand Was-wäre-wenn-Szenarien durch den Kopf, die Dich ins Schaudern bringen können. Wenn Du die Aufgabe angehst, könntest Du zum Beispiel einen Fehler machen, da könnte Enttäuschung auf Dich warten oder sogar Frust. Das will doch wirklich niemand! Was tun wir also: In der Hoffnung, diese unangenehmen Emotionen zu vermeiden, schieben wir die Sache einfach auf. Das hilft kurzfristig, doch langfristig macht uns diese Taktik das Leben nicht leichter.

Aufschieberei und Prokrastination machen es nur schlimmer

Nehmen wir folgendes Beispiel: Du sollst in 30 Tagen eine wichtige Arbeit abliefern. Dein Kopfkino lähmt Dich, Du willst unangenehme Gefühle vermeiden und tust erstmal nix. Was passiert? Die Gefühle kochen weiter hoch. Mit jedem Tag, an dem Du nichts tust, wächst neben den ohnehin schon mulmigen Gefühlen auch noch der Druck. Schließlich hast Du nur noch wenige Tage und musst ins Handeln kommen. Viele Menschen fahren in dieser Lage zu Höchstleistungen auf und kriegen die Dinge letztendlich super geregelt. Bei mir ist das ähnlich.

Ich schiebe manche Aufgaben so lange vor mir her, bis es nicht mehr anders geht. Die Zeit bis dahin ist reine Folter, weil die Aufgabe in meinem Kopf ständig präsent ist und ich doch nichts daran ändere. Ich mache mir also selbst das Leben schwer. Und das Verrückte: Wenn ich dann loslege und mich erst einmal eine Stunde in das Thema vertieft habe, dann stelle ich fest, dass es im Grunde einfach ist und viel leichter geht, als befürchtet. In solchen Momenten frage ich mich dann ehrlich: Youri, wieso hast Du nicht einfach mal losgelegt? Statt Hirnwichserei zu betreiben, hättest Du dann schneller gemerkt, wie sich die Dinge in Aktion entwickeln. Dann hättest Du Dir diesen ganzen Frust und Druck durch die Aufschieberei sparen können und hättest wahrscheinlich sogar Spaß an der Aufgabe gefunden.

Komm ins Handeln und mach Dir Dein Leben leichter

Was Du und ich in diesen Szenarien oben durchlaufen, ist das Musterbeispiel einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung: In der Erwartung, dass sich eine Sache als richtig schleimig-schwierig-schlecht herausstellt, geraten wir in eine beschissene Emotionslage, in der wir kaum unsere Bestleistung bringen. Diesen Sachverhalt beschreibt Seneca in pervers phänomenalen Worten:

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

Ende. Damit ist alles gesagt. Wir schieben Dinge nicht auf, weil sie wirklich schwierig sind. Wir machen sie erst zu großen Scheißebecken, weil wir es nicht wagen, sie anzugehen. Doch damit ist ab sofort Feierabend! Alles verwandelt sich für Dich in ein Kinderspiel, wenn Du mit einem gesunden Selbstbild, etwas Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und guten Emotionen an die Sache herantrittst.

In 3 Schritten spielend leicht ins Handeln kommen

Zähe Augenblicke habe ich auch heute noch, doch ich lasse mich von ihnen nicht mehr ausbremsen. Folgende 3 Schritte sorgen dafür, dass ich auch große Herausforderungen mit spielerischer Gelassenheit meistere:

  1. Statt meinem Kopfkino die Regie zu überlassen und in bescheuerten Was-wäre-wenn-Szenarien zu baden, frage ich mich: Was wäre, wenn die Dinge ganz anders kommen und sich als super einfach herausstellen? Denn so entwickelt es sich doch meist im echten Leben: Du bekommst Hilfe oder hast eine brillante Idee. Was eben noch zäher Brei war, ist plötzlich eine fluffig leichte Erfolgscreme. Programmiere also Deine Erwartungshaltung um.
Erwarte, dass es leicht geht.
  1. Zerteile große Herausforderungen in kleine Schritte. Statt Dich mit riesigen Ansprüchen zu quälen wie „Ich muss heute die perfekte Lösung finden“, fängst Du klein an. Nimm Dir ein Zeitfenster von 30 bis 60 Minuten, in denen Du Dir mit einer locker leichten Haltung erstmal ein Bild der Aufgabe machst und einen längeren Weg in kleine Zwischenstationen unterteilst. Das Effekt ist herrlich erleichternd: Der Druck nimmt ab, während Kreativität und Motivation sich breit machen. In dieses Prinzip der Minimalkonstanz kannst Du in meinem Beitrag „Die Magie der kleinen Schritte“ tiefer eintauchen.

  2. Schaffe Dir Referenzerlebnisse. Das sind Erfahrungen, die zur neuen Referenz dafür werden, was Du alles kannst. Wenn Du Nichtschwimmer bist und Du Dir Dein Seepferdchen verdient hast, schaffst Du ein starkes Referenzerlebnis. Du bist geschwommen und bist ab sofort ein Schwimmer! Dafür hast Du in Deinem Erfahrungsschatz nun klare Referenzen und Dein Selbstbewusstsein verbessert sich erheblich. Wenn Du Dich in bestimmten Bereichen noch unwohl fühlst, dann leg besonders dort richtig los und schaffe Dir ein paar starke Erfahrungen, die Dich in Zukunft daran erinnern, was Du alles auf dem Kasten hast.

Schluss mit dem inneren Schweinehund – lass die Sau raus!

Erinnere Dich an Senecas Worte: Du schiebst die Dinge nicht auf, weil sie schwierig sind, sondern sie werden erst richtig schwierig, weil Du sie nicht angehst. Richte Deinen Fokus auf gute Gefühle, teile große Herausforderung in leckere Appetithappen und hinterlasse ein deutliches Zeichen für Deine gesamte Innenwelt, dass diese Challenge in Zukunft für Dich ein Kinderspiel ist. Und nun mach’s Dir einfach: Leg los!

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