Morgenroutine für Kreative – 5 Tipps für einen ideen­reichen Start in den Tag

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Was passiert bei den Super-Gurus nach der Morgenroutine?

Sie putzen sich die Zähne, weil gleich Schlafenszeit ist.

Dieser Scherz musste sein.

Er ist lange in mir herangereift, als ich über Jahre mit unterschiedlichen Morgenroutinen experimentiert habe.

Ich werde morgens um 11 Uhr wach, schalte erstmal den Fernseher an, stecke mir eine Zigarette an und greife nach den Resten von Pizza und Bier vom Vorabend!

Schön gemütlich und leicht angeheitert. Der perfekte Start in den Tag, oder?

Sorry, es fällt mir schwer, bei dem Thema ernst zu bleiben!

Nein, so sieht ein normaler Morgen bei mir nicht aus.

Ans Rauchen verschwende ich mittlerweile dank Hypnose keinen Gedanken mehr. Früher hab ich eine halbe Schachtel pro Tag geraucht. Das hat mich gehemmt! Nach jeder Zigarette hatte ich ein schlechtes Gewissen und machte mir Sorgen um meine Gesundheit und Fitness. Das klaute definitiv zu viel mentale Bandbreite und Produktivität.

Ah super! Mit dem Stichwort Produktivität kriege ich die Kurve zurück zum Thema: Morgenroutine.

Hast Du eine Morgenroutine? Hast Du Dich auch schon mal von einem der vielen Prediger da draußen beschallen lassen, was Du alles unbedingt am Morgen tun solltest?

Um 3 Uhr aufstehen, kalt duschen, Sport machen, ein Buch lesen, ein vorformuliertes Tagebuch führen, ein Haus bauen, die Straße asphaltieren und die Welt retten – am besten alles noch vor Deinem ultimativen Power-Frühstück.

Allein beim Schreiben macht mich mein Kopfkino so müde, dass ich gleich wieder ins Bett fallen will.

Okay, werden wir mal kurz seriös. Das soll ja schließlich ein ernster Beitrag sein, denn Deine Routinen bestimmen doch die Qualität Deines Lebens, oder?

Nö! Deine Routinen bestimmen die Qualität Deiner Langeweile!

 

Vorteile der Morgenroutine – mit kleinen Happen viel bewegen

Ich bin Freund und Feind der Morgenroutine. Du kennst mich – ich denke nicht in Schwarz und Weiß. Das hier ist eine Grauzone.

Ein guter Start in den Tag bringt viele Vorteile: Du lässt Dich von Ablenkungen weniger schnell aus dem Konzept bringen, Du lebst selbstbestimmter und bewusster und erreichst Deine Ziele dauerhaft schneller.

Sind sie in der Routine drin, fahren sie praktisch auf Autopilot.

Manche Dinge, die uns guttun, sollten wir auf Autopilot stellen, damit wir sichergehen, sie ständig in unserem Alltag zu haben.

So ist zum Beispiel ein Vorteil, Sport automatisch im Wochenprogramm zu haben. Damit gehst Du sicher, dass Du Deine Bewegung bekommst, ohne täglich mit Dir zu ringen und zu verhandeln. Hat es einen Termin, findet es auch statt! Ähnlich ist es mit dem Zähneputzen – selbst in feuchtfröhlichen Nächten bleibt die Zahnbürste bei mir nicht trocken.

Mit Deiner Routine kannst Du große Herausforderungen in kleine Happen zerlegen. Wenn Du jeden Tag eine Seite oder 500 Wörter schreibst, kannst Du innerhalb eines Jahres ein ganzes Buch schreiben. Ohne große Mühe, jeden Tag einen kleinen, leicht verdaulichen Happen. Mal gelingt es Dir besser, mal entsteht diese Seite nur sehr zäh. Doch Du bleibst dran – das ist die Hauptsache. Wenn es heute nicht klappt, versuchst Du es morgen erneut.

Morgenroutine bringt Power in Dein Leben, ja. Doch Du fragst Dich bestimmt: Youri, was siehst Du denn daran kritisch?

 

Ein kreativer Start in den Tag – Morgenroutine hinterfragen

Lass uns hier dieses total abgedroschene Zitat reinbringen, das hunderte Menschen mit schlauem Getue auftischen und nicht befolgen:

„Wahnsinn bedeutet, ständig das gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

Viele legen Albert Einstein diese klugen Worte in den Mund, obwohl sie in keiner seiner Schriften auftauchen. Doch egal, ob sie von Benjamin Franklin, Rita Mae Brown oder meinem Zwergkaninchen stammen – sie bringen die Essenz dieses Beitrags auf den Punkt: Wenn Du kreativ sein und neue Wege einschlagen willst, dann verharre nicht in Deinen Mustern, sondern probier Neues aus.

Eine Morgenroutine ist ein mächtiges Werkzeug, wenn Du Deine Produktivität steigern willst. Dann schaffst Du es, über eine saubere Routine so viele Tätigkeiten wie möglich auf kurzer Zeit zu konzentrieren.

Wenn Du eine Abarbeitungsmaschine bist, die täglich das gleiche Lied singt, dann stimmt Dich die Routinen-Monotonie perfekt auf Deinen Tag ein.

Wenn Du jedoch kreativ arbeitest und Neues entdecken willst, bringt Dir die immer gleiche Herangehensweise auch die immer gleichen ausgelutschten Ideen.

Ich bin also kein Feind der Morgenroutine, sondern ein Vertreter davon, dass Du trotz Trend und zahlreichen Tipps selbst für Dich entscheidest und herausfindest, was Dir gut tut und mit Deinem Ziel vereinbar ist.

Wenn Du gesünder leben oder Muskeln aufbauen willst, wirst Du andere Schwerpunkte setzen als jemand, der sich neben dem Job weiterbilden will.

Ich erlebe leider immer mehr Menschen, die sklavisch jeden Tipp umsetzen, den sie von außen bekommen. Daher rufe ich auf zu mehr Bewusstsein für die Routine – ja, ein bisschen paradox!

Schlägt Dir jemand Neues vor, probier es aus und prüfe: Bringt es mich meinem Ziel langfristig wirklich näher?

Diese Frage ist der Schlüssel, mit dem Du Deinen Kurs findest und Dich nicht unhinterfragt nach anderen richtest.

Viele Empfehlungsgeber mögen eine gute Absicht haben, doch ihr Ziel liegt anderswo: Sie wollen das optimale Zeitmanagement, wollen produktiver sein oder sie wollen einfach nur, dass andere sie bestaunen, loben und toll finden.

Ja, viele drängen anderen ihre Erfolge auf, um ihr eigenes Ego aufzublasen. Sie denken zu sehr aus eigener Perspektive und fragen nicht danach, ob das Ziel anderer Menschen ihrem ähnlich ist.

Frag Dich also: Was sind Deine Ziele für den Tag? Worauf legst Du wert? Was macht Dir Freude? Was möchtest Du langfristig erreichen? Danach organisiert Du auch Deine Routine.

Wenn sich Deine Ziele ändern, kann sich also auch Deine Routine ändern. Tag für Tag. Was kannst Du jetzt tun, was brauchst Du in diesem Moment, was Dich nach vorne bringt?

Zentral ist der Vorteil, die eigene Zeit frei einteilen zu können. Die ersten Stunden des Tages gehören Dir. Keiner funkt Dir dazwischen – es sei denn Du hast ein sehr junges Kind oder einen Menschen, der auf Dich angewiesen ist.

Ansonsten will um 5 Uhr morgens einfach keiner was von Dir und Du kannst Dir die Tätigkeit in den Kalender legen, die Dich Deinen großen Zielen jeden Tag ein Stückchen näher bringen.

Du willst mehr Kreativität? Dann fokussier Dich auf den nächsten Tipp.

 

Selbstwirksamkeit – erinnere Dich, was Du alles kannst!

Wenn Du vor großen kreativen Herausforderungen stehst, ist es wichtig, dass Du Deine Schöpferkraft schon morgens erfährst. Bei allen Routinen ist das für mich die Füllung der Tortellini!

Du spürst schon am morgen, was Du alles auf dem Kasten hast. Das gibt Dir Kraft und Selbstbewusstsein für den Tag.

Bei mir mehren sich ab 9 Uhr die Kundenanfragen. Dann kann nicht weniger aus eigener Kraft agieren, sondern reagiere auf Impulse von außen. Das kann dazu führen, dass ich mich fremdbestimmt fühle wie ein Spielball äußerer Umstände und meinen Erwartungen an mich selbst nicht gerecht werden. So entsteht ein Gefühl der Unzufriedenheit und Traurigkeit.

Dann vergeht schnell ein ganzer Tag, und ich bin meinen eigenen Zielen und Träumen kein Stückchen näher gekommen. Das kann Energie und Motivation rauben und nicht zuletzt ganz schön frustrieren.

Um es mit Trump zu sagen: You come first! Make yourself great again!

Nein, ich bin kein Trump-Anhänger. Doch ich mag den Gedanken, und den hat er nicht erfunden: Mach Dich selbst zu Priorität.

Jeder hat Hoffnungen und große Träume. Tief in Dir spürst Du all das, was sein kann, wenn Deine Ideen wahr werden. Vor Deinem inneren Auge erwacht eine ganze Geschichte zum Leben, in 3D und mit Sound von allen Seiten. Sie ist groß und genau das, wofür Du geboren bist. Und wenn Du diese Idee umsetzt, bist Du eine Bereicherung für alle um Dich herum und für so viele mehr.

Mit einer klaren Prioritätensetzung sendest Du ein Signal an Dich selbst: Was ist das wichtigsten in Deinem Leben? Du und Deine Ziele! Wie im Flugzeug: Setz Dir erst selbst die Sauerstoffmaske auf, bevor Du anderen hilfst.

Wenn Du Deine Ziele jedoch immer wieder aufschiebst, um an den Wünschen und Träumen anderer zu arbeiten, begehst Du Verrat an Dir selbst. Mit der Zeit verblassen Deine Wünsche immer mehr und wirken unerreichbar, weil sich ständig fremde Faktoren von außen zwischen Dich und Deine Ziele drängen.

Setz ein klares Zeichen für Dich selbst. Zum Start in den Tag, bevor andere Dich mit ihren Anforderungen belagern können. Tust Du jeden Morgen schon etwas, um Deinen Zielen näher zu kommen, wird Dir bewusst, was für eine Wirkung Du hast. Du gehst mit einer anderen Energie durch den Tag und kommst Deinen Wünschen näher.

Alternativ hab ich schon versucht, mir den Abend für meine persönlichen Angelegenheiten freizuhalten. Doch je nach dem, wie der Tag läuft, hat die Klarheit und Energie am Abend nicht mehr die gleiche Qualität wie früh morgens. Das darfst Du jedoch auch erst für Dich ausprobieren. Vielleicht tickst Du anders als ich.

 

5 Tipps für den Rahmen Deiner Morgenroutine

Da ich Deine genauen Ziele nicht kenne, gebe ich Dir hier ein paar Rahmenbedingungen als Impulse für Deine Morgenroutine auf den Weg, die langfristig Deine Kreativität fördern.

 

1. Aufstehen

 

Ja, irgendwann musst Du aufstehen – oder Du arbeitest im Bett oder vom Bett aus. Kann ja sein. Bei den meisten von uns beginnt der große Spaß gegen 9 Uhr.

Ich bin meist um 5.30 Uhr auf den Beinen, damit ich 2-3 Stunden für mich habe, bevor Anforderungen von außen kommen. Das setze ich auch am Wochenende fort, weil es mir so leichter fällt, den Rhythmus beizubehalten.

Achte jedoch beim Frühaufstehen unbedingt auf ein Minimum von 7 Stunden Schlaf, damit Du fit bleibst. Ein guter Start in den Tag bringt Dir nichts, Wenn Du für den Rest des Tages zu nichts zu gebrauchen bist. Außerdem ist Schlaf entscheidend für Deine Ideen-Entwicklung.

 

2. Wasser trinken

 

Gönn Dir morgens nach dem Aufstehen gleich ein großes Glas Wasser mit Zimmertemperatur. Über Atmung und Haut verliert Dein Körper über Nacht bis zu 2 Liter Flüssigkeit.

Damit Körper und Gehirn funktionieren können, brauchen sie Wasser. Ich trinke morgens über die erste Stunde des Tages 1 Liter Wasser und achte auch den ganzen Tag darauf, 2-3 Liter Flüssigkeit in Form von Wasser, Kaffee oder ungesüßten Tees zu mir zu nehmen.

Den schlechten Ruf hat Kaffee übrigens zu Unrecht! Mittlerweile ist medizinisch erwiesen, dass er vielfältige positive Eigenschaften mit sich bringt und sogar eine Art Superfood ist.

 

3. Kaltduscher oder Warmduscher?

 

Kalt duschen? Nein, das brülle ich Dir nicht in die Ohren! Da draußen gibt es schon genug Leute, deren Zweck der Existenz sich ganz auf die kalte Dusche zu reduzieren scheint.

Ich dusche meist nicht einmal am Morgen, sondern hebe mir das auf, um mich im Laufe des Tages nochmal zu erfrischen. Ich hab erkannt: Schlummerzustand am Morgen vor der Dusche ist sehr förderlich für meine Ideen.

Wie ich dusche, suche ich mir so aus, wie ich es gerade brauche. Wenn ich mich aktivieren will, dusche ich kalt. Doch Kaltduschen schaltet den Körper ein und das Hirn aus. Ich hatte noch nie einen Geistesblitz unter einer kalten Dusche. Die setzt Deinen Körper nämlich in Alarmbereitschaft. Sollte es Dir anders gehen, lass es mich bitte wissen! Ich freue mich auf den Austausch mit Dir.

Wenn ich Ideen ausbrüte, hilft mir Träumen unter der warmen Dusche am besten. Also auch hier gilt: Nicht sklavisch immer alles gleich, sondern überlegen, was Du gerade jetzt in diesem Moment für Dich brauchst.

 

4. Rundum frisch – Zähne putzen und Räume lüften

 

Der Tipp findet sich sonst an kaum einer Stelle, doch für mich ist er unerlässlich. Wenn ich frisch ans Werk gehen will, putze ich mir die Zähne. Danach ist mein Mund neutral – kein Geschmack mehr, der mich ablenkt. Das Zähneputzen erdet mich.

Während der 2-3 Minuten lüfte ich meine Arbeitsräume gut durch. Denn genauso wichtig wie Schlaf und Wasser ist Sauerstoff.

Der frische Geschmack im Mund und die Sauerstoffzufuhr bringen auch Frische in meine Gedanken. Diesen Schritt gehe ich allerdings erst dann, wenn ich bereits eine Stunde gearbeitet habe. Das ist also meine erste Pause.

 

5. Gedanken aufschreiben oder meditieren

 

Innehalten und nach innen schauen – darum geht’s bei diesem letzten Schritt.

Zeitweise arbeite ich mit einem 5-Minuten-Tagebuch. Richtig tolle Erfahrungen hab ich auch mit Morgenseiten gemacht. Ich setze mich hin und schreibe zwei A4-Seiten voll mit allem, was mir gerade einfällt. Befreiend und sehr fruchtbar! Alternativ meditiere ich 20 bis 30 Minuten und schaue auch hier nach innen.

Ich lerne mich dabei selbst jeden Morgen neu kennen. In der Nacht verarbeitet unser Gehirn die Eindrücke des Tages, sodass wir jeden Morgen mit neuen Gedanken aufwachen. Ich mache es mir zum Spaß, dieses Gehirn aufs neue kennenzulernen, indem ich prüfe, was es gerade denkt und was es bewegt.

 

Bonus-Tipp: Der Mittagsschlaf

 

Für mich hängt er untrennbar mit der Morgenroutine zusammen: der Mittagsschlaf. Wenn ich früh aufstehe und insbesondere, wenn ich vormittags zum Sport gehe, gibt mir der Mittagsschlaf frische Energie für den Rest des Tages.

Ich stelle mir einen Wecker über 20 Minuten und schlummere vor mich hin. Danach fühle ich mich klar, zentriert und bereit für neue Gedanken. Oft gewinnen auch die Arbeiten des Vormittags eine ganz neue Klarheit und ich komme darin weiter.

 

Fazit zum Start in den Tag – Wähle bewusst, was Du brauchst

Auch wenn die Routine auf Autopilot viele Vorteile bringt, lohnt es sich dennoch, immer wieder bewusst zu überprüfen, ob die Handlungen auch zum gewünschten Ergebnis führen.

Wenn Dir also beim nächsten Mal jemand seine Morgenroutine ungefragt aufdrängen will, dann sag ihm einfach: „Ja fein gemacht, fein! Eiti, eiti!“ Wenn Du es für Dich tust, brauchst Du keine Bestätigung von außen.

Tu es für Deine Kreativität und lass Dich jeden Morgen erleben, wie schöpferisch Du bist und was Du alles zustande bringen kannst.

 

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